Dienstag, 1. Juli 2014

Der Karlsruher Kurier über die "Badische Bergbibel"

Schmökern mit Schwiers, 27. Juni 2014

Badische Höhepunkte

Wie viele Berge gibt es in Baden? Wie heißen sie? Was ist mit den Hügeln? Was ist überhaupt ein Berg? Fragen über Fragen und auf alle weiß der Karlsruher Autor Matthias Kehle eine Antwort. Denn in Sachen Wandern ist Kehle (Co-Autor mit Mario Ludwig der erfolgreichen „Wanderbibel“) ebenso bewandert wie in seinem eigentlichen lyrischen Schaffen, für das er 2013 den „baden-württembergischen Literatur-Nobelpreis“, den Thaddäus-Troll-Preis, erhielt. Kehle hat sämtliche Gipfel Badens bestiegen, rundum und von oben nach unten geschaut und dann seine Sichtweise der Dinge im Ländle in kurzen Kapiteln festgehalten. Prägnant, wie immer.
Im Klartext: Kehle hat 199 Höhepunkte erklommen und ist dabei vom badischen Norden nach Süden gekommen. Beginnend vom Odenwald und dem Kraichgau mit den nicht extremen Bergen über den Schwarzwald mit seinen zahlreichen Tausendern bis in den Hegau an den Bodensee. Und über jeden dieser 199 Berge (auch oft seiner netten Neben-Gipfel) erfährt der Leser Amüsantes und Wissenswertes. Da kann selbst ein Baden-Kenner noch Neuem, Unbekanntem begegnen und so den Horizont erweitern, was von ganz oben bekanntlich leicht fällt. Kurze populärwissenschaftliche Ausflüge bringen Wissenswertes über Geologie, Gegend, Flora und Fauna oder Historie verständlich auf den Punkt. Beispiel: die Definition eines Berges schlechthin.
Die „Badische Bergbibel“ ist kein Wanderführer; sie hat - kleinlich kritisiert - hie und da in der kompakten Kürze kleine Lücken (Joß Fritz, Hecker, Namensdoppelung von Murg/Alb etc.), die aber werden leicht durch den äußerst süffisanten Ton des Autors, seine Kommentare und Bildtexte mehr als ausgeglichen. Herrlich, so gemütlich auf dem Sofa durch Badens Bergwelt zu wandern 

Matthias Kehle, Badische Bergbibel, Silberburg-Verlag,192 S., 105 Farbfotos, 17,90 Euro.

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